Der Steinkreis von Callanish – beeindrucktendes Monument auf Lewis

Standing Stones of Callanish 1Eines der eindrucksvollsten und geheimnisvollsten Steinmonumente der Britischen Inseln liegt hoch oben im Nordwesten Schottlands auf den Äußeren Hebriden – der Steinkreis von Callanish.

Ein alter und rätselhafter Steinkreis

Untersuchungen haben ergeben, dass dieser Steinkreis seine Anfänge ca. 3.000 v.Chr. hat. Damit ist er wesentlich älter als Stonehenge (1750 v. Chr.) oder die Pyramiden. Von der Luft aus betrachtet ähnelt die Anlage einem keltischen Kreuz, hat aber nichts mit den Kelten zu tun. Der große Kreis, eher eine Ellipse, besteht aus 13 Menhiren, die vermutlich die 13 Mondmonate symbolisieren. Die Vermutung liegt deshalb nahe, weil die frühen Menschen sehr mit der Natur verbunden waren. Über Urlaubsreisen und Devisenkurse haben sie sich herzlich wenig Gedanken gemacht, aber Fruchtbarkeit war für sie überlebenswichtig. In späteren Jahren wurden die sogenannten „Arme“ errichtet, die die Ellipse durchkreuzen und ganz zum Schluss die „Allee“. Über den Sinn und Zweck dieser Anlage kann man nur mutmaßen.

Standing Stones of Callanish 2
Es gibt mehrere Ereignisse, die man an diesem Ort sehen und erleben kann. So zeigt der westliche Arm auf den Sonnenuntergang bei der Tag- und Nachtgleiche. In der Ellipse sind zwei Steine so bearbeitet worden, dass man, wenn man den richtigen Standort einnimmt, ein Fenster erkennen kann, in dem zur Sommersonnenwende die Sonne aufgeht. Alle 18,6 Jahre kann man hier am Steinkreis die „große Mondwende“ erleben. Wenn der Mond am nördlichen Punkt über dem Steinkreise aufgeht, hat es den Anschein, als werde er aus einer Hügelkette am östlichen Horizont geboren, die wie eine auf dem Rücken liegende Frau aussieht.

Standing Stones von Callanish – nichts sollte den Anblick stören

Die Steine des Callanish Steinkreises selbst bestehen aus Lewis Gneiss, einem metamorphen Gestein, das über 3 Milliarden Jahre alt ist und zu den ältesten Steinen der Welt zählt. Der Gneis besteht aus Quartz, Granit und Schiefer, die durch Druck und Feuer regelrecht zusammengebacken wurden.
Die Anlage wurde 1857 im Auftrag von Sir Matheson ausgegraben, dem damaligen Eigentümer der Insel Lewis, der bei dieser Gelegenheit direkt das ganze Dorf Callanish abreißen und an anderer Stelle aufbauen ließ, da es seiner Meinung nach die Aussicht auf die Steine störte.

Über dieses rigorose Vorgehen von Sir Matheson mag man geteilter Meinung sein, auch wenn der Anblick wahrhaftig beeindruckend ist. Fest steht, dass die Standing Stones von Callanish wie auch das berühmte Blackhouse in Arnol ein Anlass für viele Schottlandtouristen sind, auch einmal die Insel Lewis zu besuchen. Da die äußeren Hebrideninseln zu Großbritannien gehören, darf man natürlich nicht vergessen, sich mit dem Britischen Pfund als Zahlungsmittel auszustatten und den Wechselkurs Euro Pfund zu berücksichtigen.

Autorin: Sabine Weiten
Die Deutsche lebt seit 2006 in Schottland, zunächst in der Nähe von Glasgow und seit 2012 in Stornoway auf der Insel Lewis. Sie arbeitet dort als Tourguide, Übersetzerin und Texterin. 

Bilder: Petra Milde

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